Die Grundlagen unserer Arbeit

■    Arbeitswelt und Wirtschaft sind einem schnellen Wandel unterzogen. Trotz vieler technischer Erleichterungen wachsen in anderen Bereichen die Anforderungen. Während früher vor allem die Gesundheitsgefährdung durch körperliche Belastungen im Vordergrund stand, wächst heute der psychosoziale Druck auf die Beschäftigten.

■   Eigenverantwortung, Kreativität, Durchsetzungsbereitschaft und Teamfähigkeit sind einige der heute geforderten sogenannten weichen Qualifikationen. Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewältigung des beruflichen Alltags und funktionierende zwischenmenschliche Beziehungen in der Arbeitswelt ist die Fähigkeit zur Kommunikation und zur konstruktiven Bearbeitung von Konflikten.

■   Strukturelle Bedingungen, wie z. B. der anhaltende Rationalisierungsdruck in den Betrieben, Umstrukturierungen, die verstärkte ökonomische Konkurrenz vor dem Hintergrund einer globalisierten Wirtschaft und die hohe Arbeitslosigkeit, lösen bei vielen Beschäftigten zusätzliche Ängste aus.

■   Der Druck auf die Beschäftigten führt zu Folgen wie:
Depression, Burn-out-Syndrom oder psychosomatische Beschwerden.

■   Immer häufiger erleben ArbeitnehmerInnen vor dem Hintergrund der genannten Faktoren, dass Schikanen und persönliche Angriffe zunehmen. Der schwedische Sozialwissenschaftler Leymann hat dieses Phänomen unter einem Begriff zusammengefasst: Mobbing.

Nach seiner Definition ist Mobbing:

Eine konfliktbelastete Kommunikation am Arbeitsplatz unter Kollegen oder zwischen Vorgesetzten und Untergebenen, bei der die angegriffene Person unterlegen ist und von einer oder einigen Personen systematisch, oft und während längerer Zeit mit dem Ziel und/oder Effekt des Ausstoßes aus dem Arbeitsverhältnis direkt oder indirekt angegriffen wird und dies als Diskriminierung empfindet.

■   Von Mobbing betroffene Menschen haben häufig Schwierigkeiten in ihrer Situation adäquate Hilfe und Unterstützung zu bekommen. Dem Vorbild anderer Einrichtungen folgend wurde unter der Trägerschaft von DGB, KDA und KAB das Mobbing-Beratungstelefon 1999 in Freiburg gegründet. Das Mobbing-Beratungstelefon ist eine erste Anlaufstelle für all diejenigen,  die an ihrer Arbeitsstelle Mobbing ausgesetzt sind und in der Folge unter Isolierung, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit leiden. Die Beratungsarbeit am Telefon wird hauptsächlich von ehrenamtlichen MitarbeiterInnen geleistet.

■   Die MitarbeiterInnen des Mobbing-Beratungstelefons bieten Hilfe an, indem sie im Rahmen der Telefonberatung zuhörende und verständnisvolle Gesprächspartner sind und mit den Betroffenen gemeinsam nach Klärungen und Alternativen suchen. Unterstützung geben sie durch Ideen zur Persönlichkeitsstärkung und zur Konfliktbearbeitung, außerdem durch arbeitsrechtliche Informationen und Hinweise auf weitere fachkompetente Stellen. Sie setzen dabei an den Fähigkeiten der AnruferInnen an und ermutigen sie selbst Schritte zur Bewältigung ihrer Situation zu unternehmen.

Der Dienst am Beratungstelefon

■     Das Telefon als Kommunikationsmittel ermöglicht vorrangig einen Erstkontakt und garantiert Anrufenden und MitarbeiterInnen Anonymität. Alle Gesprächsinhalte, Personen- oder Firmenangaben unterliegen der strikten Vertraulichkeit. Es sei denn, es ergibt sich während des Gesprächs ein Grund oder eine Situation, in der die Weitergabe von Namen und Inhalt von beiden Seiten ausdrücklich gewünscht oder erforderlich ist. Die telefonische Beratung ist unentgeltlich und wird jedem Anrufer unabhängig von der Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft oder anderen Organisation gewährt.

■     Anrufende treten mit einem/einer GesprächspartnerIn in Kontakt, mit dem/der sie in aller Offenheit reden können und die geschilderten Probleme ernst genommen werden.

■     Es ist wichtig, dass Anrufende - wenn nötig - auch Informationen erhalten, die es ihnen ermöglichen auch selbständig geeignete Hilfe von außen in Anspruch zu nehmen. Gezieltes Nachfragen soll dabei helfen, die bestehenden Probleme und Nöte genauer zu bestimmen, um gemeinsam mit dem Betroffenen situationsgerechte Lösungen zu erarbeiten.

■     Sofern erkennbar ist, dass das Problem in der Telefonberatung nicht hinreichend bearbeitet werden kann, wird auf weitere fachkompetente Hilfe verwiesen (Rechtsanwälte, Personalrat, Betriebsrat, Supervisoren, Mediatoren, Ärzte, Therapeuten ...).

■    Das Mobbing-Beratungstelefon ist auch vorbeugend tätig. Es finden

Die MitarbeiterInnen 

■     Der Dienst beim Mobbing-Beratungstelefon wird von MitarbeiterInnen mit unterschiedlichen Erfahrungshintergrund geleistet. Die MitarbeiterInnen kommen aus verschiedenen Berufen und Branchen. Sie haben sich mit dem Thema Mobbing in unterschiedlichen Zusammenhängen auseinandergesetzt: sei es als Betriebs-/Personalrat, Begleitende oder selbst Betroffene.

■     Insbesondere zu Beginn ihrer Tätigkeit werden die MitarbeiterInnen am Mobbing-Beratungstelefon je nach Vorkenntnissen in das Aufgabenfeld eingeführt und eingearbeitet. Sie werden dabei von bereits erfahrenen KollegInnen und Fachleuten geschult, sensibilisiert und begleitet.

■     Die MitarbeiterInnen am Mobbing-Beratungstelefon bieten den Anrufenden ihre Unterstützung an, ohne weltanschaulich, religiös oder politisch beeinflussen zu wollen. Sie respektieren die Interpretations- und Entscheidungsfreiheit der Anrufenden.

■     Die MitarbeiterInnen achten darauf, dass sie von den Gesprächspartnern am Telefon respektiert werden. Sie lassen sich von ihnen weder manipulieren noch bedrängen oder beschimpfen.

■     Um die Einhaltung und Weiterentwicklung fachlicher Standards zu gewährleisten und die Qualität der Arbeit zu verbessern, verpflichten sich die MitarbeiterInnen für die Dauer ihrer Mitarbeit regelmäßig an internen Fortbildungsveranstaltungen (in der Regel zweimal im Jahr) sowie an der Supervision (monatlich) teilzunehmen. Hier erhalten sie Gelegenheit, sich ihr eigenes Verhalten am Telefon bewusst zu machen und dieses im Austausch mit Fachkräften zu reflektieren. Unterstützung finden die MitarbeiterInnen im kollegialem Austausch mit den anderen Mitgliedern des Telefon-Teams.

■     Von den MitarbeiterInnen des Mobbing-Beratungstelefons wird erwartet, dass sie in der Regel mindestens einmal im Monat einen Dienst am Mobbing-Beratungstelefon leisten

■     Das bestehende Telefon-Team entscheidet gemeinsam über die Aufnahme neuer MitarbeiterInnen. Kriterien bei der Eignungsfeststellung sind dabei die in unserem „Selbstverständnis“ festgehaltenen Grundsätze unserer Arbeit und ihre Akzeptanz durch die neuen MitarbeiterInnen.

■     Die MitarbeiterInnen sind ehrenamtlich tätig, bekommen also keinerlei finanzielle Vergütung für ihre Telefon Dienste.

Träger und Kooperationen des Beratungstelefons

■     Das Mobbing-Beratungstelefon ist eine Einrichtung des

■     Das Mobbing-Beratungstelefon Freiburg kooperiert mit:

Die Geschäftsführung des Mobbing-Beratungstelefons liegt beim KDA Südbaden, Freiburg.  Maggy Hanser, Habsburgerstr. 2, 79104 Freiburg, Tel. 0761-7086344